Donnerstag, 30. Juni 2011

Richtet eure Blicke auf... www.turnhallengeruch.de!

Auch, wenn es vor einem Monat hier anders angekündigt gewesen ist, es ging nicht weiter, weder etwas ruhiger, noch sonst irgendwie. Die Zeit, die ich normalerweise zum Bloggen genutzt hab', ging dafür drauf, mich in die Irrungen und Wirrungen von Wordpress hinein zu denken. Eine tolle Plattform mit unheimlich vielen Möglichkeiten, die für einen Anfänger wie mich doch so manche Tücke zu bieten hat. 
"Falls ihr euch also mal wundert, wenn hier ein paar Tage nichts passiert, dann sitze ich vermutlich leise wimmernd vor meinem neuen Blog und weiß nicht weiter."
So darf ich mir aber wenigstens eine ordentliche Portion Weit - und Voraussicht attestieren, und den Satz sagen, den ich am Liebsten sage:  

"Hab ich doch direkt gesagt!" 

Im Großen und Ganzen läuft die Sache aber jetzt, und daher darf ich euch nun bitten, eure Blicke auf www.turnhallengeruch.de zu richten. I'm back! 


Das war dann wohl der letzte Beitrag an diesem Ort. Schön war's hier. Nun geht es woanders weiter...

Freitag, 27. Mai 2011

Facelift und Grunderneuerung

Die Saison ist vorbei. Die nächste muss geplant werden. Die Mannschaft wird in der nächsten Spielzeit zwar kein komplett anderes Gesicht haben, ein Schmaleres aber mit Sicherheit. Bei den beiden Aufregertransfers des Winters schlechthin, Charisteas und Karimi, fängt es an, über Deac und Avelar und sicherlich noch einige Andere wird irgendwann auch der Wechsel von Manuel Neuer bekannt gegeben. Von gefühlten 40 Spielern sollen nach der Entschlackungskur nur knapp über 20 übrig bleiben. Bedenkt man die Ausleihen, die vielleicht noch zurückkehren, wird das ein hartes Stück Arbeit. Horst Heldt wird alle Hände voll zu tun haben, ganz sicher. Eine einzige große Baustelle.
Genauso wird es mir in der Sommerpause auch gehen. Seit ein paar Wochen bastel ich immer mal wieder am Umzug dieses Blogs, beziehungsweise erstmal nur an der Umsetzung eines neuen Designs auf einer anderen Plattform. Falls ihr euch also mal wundert, wenn hier ein paar Tage nichts passiert, dann sitze ich vermutlich leise wimmernd vor meinem neuen Blog und weiß nicht weiter. Oder auch nicht. Hier geht es aber auf jeden Fall erstmal noch weiter, wenn auch ein wenig ruhiger.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Zwo, Eins, Risiko! - 2010/11


52. Meine erste komplette Saison hier mit Blog umfasste 52 Spiele: 34 mal Bundesliga, 6 mal DFB-Pokal, 12 mal Championsleague. Überlege ich im Nachhinein, wie viele Spiele mir davon aufgrund guter Leistungen im Gedächtnis geblieben sind, ist das Ergebnis doch sehr ernüchternd. Da wären das Heimspiel gegen Werder, das DFB-Pokalhalbfinale in München und neben einer Hand voll Champions League - Spielen eben die beiden Duelle mit Inter Mailand hervorzuheben. Dass eine solche Saison mit einem Pokal, einem sehr schönen noch dazu, gekrönt werden konnte, könnte man durchaus als kurios bezeichnen. Muss man aber nicht. 
Dass Mannschaften, die im Europacup weit kommen, in der Bundesliga abfallen, ist nichts Ungewöhnliches. Nur: Bei Schalke war es irgendwie genau umgekehrt. Nachdem man bereits im September quasi keine Chancen mehr hatte, sich für die Champions League zu qualifizieren, hat man sich offensichtlich für den kürzesten, aber auch risikoreichsten, man könnte fast sagen dunkelsten und heimtückischsten Weg, der nach Europa führt entschieden. Den DFB - Pokal. 
In der Bundesliga hätte man sich über konstante, harte Arbeit auch in die Europa League kämpfen können. Dafür hätte man aber mindestens 15 bessere Spiele hinlegen müssen, um mit den angesammelten Punkten auf Platz 4 oder 5 klettern zu können. Im Pokal sind es nur sechs Spiele gewesen. Und trotzdem war der Weg sehr risikobehaftet. In jeder Runde kann der Weg zu Ende sein. Heimtückisch, weil man oft auf unterklassige Teams trifft, die aber gar nicht wie unterklassige Teams auftreten. Oder weil plötzlich der Gegner vor einem steht, auf den man frühestens, wenn überhaupt, im Finale treffen wollte. Auch eine falsche Entscheidung eines Schiedsrichters, die sich über eine Bundesligasaison ja ausgleichen kann, kann im Pokal das Ende bedeuten. Und dann steht man komplett mit leeren Händen da. 
All das wussten die Handelnden auf Schalke. Und trotzdem haben sie diesen Weg genommen. Eine Wahl, die mir als Blogger, Zuschauer und nicht zu Letzt als Fan über 34 Bundesligaspiele überhaupt nicht geschmeckt hat. Konnte ich zu Beginn dieses Blogs noch ein paar sensationelle Spiele der letzten Saison begleiten, musste ich mich nun mit einer gleichermaßen sensationell schlechten Saison begnügen. Nicht leicht, aber man muss auch immer bedenken, dass wir Schalker in den letzten 10 Jahren von unserem Klub, was die Resultate angeht, sicherlich verwöhnter sind, als so manch anderer Fan einer Bundesligamannschaft. Daraus ergeben sich ja auch immer gesteigerte Erwartungen, die logischerweise die wenigsten Teams erfüllen können. Alltag.
Eines ist auf jeden Fall sonnenklar: Wenn ein Verein wie der FC Schalke 04 am Ende der Saison auf die Champions League - Halbfinalteilnahme und einen gewonnenen Titel zurückblicken kann, hat man in der Summe so viel nicht falsch gemacht. So zynisch das auch für die Dauerkarteninhaber und Allesfahrer klingen mag: Wer am Ende einen Pokal in den Himmel reckt, ohne abgestiegen zu sein, der hat so manches richtig gemacht.

Montag, 23. Mai 2011

12:0 in Ultra Beauty

Was wurde vorher geunkt, was haben sich die Leute gesorgt. Sechs Pflichtspielniederlagen in Folge haben so manchen doch arg dazu gebracht, am Pokalsieg zu zweifeln. Weil die Favoritenrolle trotzdem einfach nicht an die Duisburger abgegeben werden konnte, wäre eine Niederlage zudem sehr blamabel gewesen. Zusätzlich ein Grund zur Sorge. 
Etwas mehr als 17 Minuten nach Anpfiff war jedoch klar, dass die Sorgen, wenn auch nicht unbegründet, zumindest unnötig waren. Die sprichwörtlichen Steine, die von den 42.000 königsblauen Herzen in der Schalker Arena purzelten, waren beinahe greifbar - ein absolut beeindruckender Moment. Knoten geplatzt, Stimmung auf dem Weg zum Siedepunkt, der Pokal ist unser!
Das Spiel sollte sich also perfekt in das Gesamtbild des Wochenendes einfügen, welches am Donnerstag durch die @FinaleS04 - Aktion quasi mit einem digitalen Paukenschlag begonnen wurde. Ich weiß zwar absolut nicht, wie man den Erfolg einer solchen Sache messen und einordnen soll, aber versuchen kann man es ja mal mit einem kleinen Fazit: 
Drei Tage offensives Werben und vier Tage Aktivität haben uns unfassbare 519  Verfolger und 310 Facebookfans beschert. 462 Tweets wurden abgeschickt, was im Schnitt ungefähr 10 Kurznachrichten pro Autor am Tag bedeutet. Das kommt nicht ganz an die Zahlen, die von Tommes und Matthias ins Visier genommen wurden, ist aber dennoch eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass nicht bei allen schon am Donnerstag das Pokalwochenende begonnen hat. Noch beachtlicher waren aber eure Reaktionen, die meines Wissens nach durchweg positiv waren. Haufenweise Lob habt ihr vier Tage lang über uns ausgeschüttet und fleißig Statusmeldungen und Bilder geschickt, denen man als Retweetbeauftragter kaum Herr werden konnte. Und da ich am Freitag an der Reihe war, weiß ich wovon ich rede.
Lässt man mal die Verbindungsprobleme, die ich wohl nicht exklusiv hatte, und meinen erschreckend kurzlebigen Handyakku außen vor, muss man das Experiment wohl durchweg als gelungen bezeichnen. Wir haben gesiegt, auf ganzer Linie. Zwölf zu Null. Mindestens.

Freitag, 20. Mai 2011

Das letzte Spiel

Zwischen Raúl und Manuel Neuer, einem alten neuen renovierten Olympiastadion und einem goldenen Pott, zwischen der Nordkurve und Videowänden, Pils und Bratwurst, Gartenparty und Kneipe, zwischen Zebrastreifen und Ultra Beauty, Reisevorbereitungen und Vorfreude, Gründen für uns, und Gründen für die, zwischen tätowierenden Affen, Verletzungssorgen und Versagensängsten bleibt nur noch ein Spiel. Und @FinaleS04. Fast alles ist gesagt, alle Vorbereitungen sind getroffen. Auf geht's.



Mittwoch, 18. Mai 2011

Sergej Karimow, Gestaltpsychologie und der Señor

Der große Tag rückt näher. Tag X. Der Tag. Das Spiel, welches über eine ganze Saison entscheidet. Dass auch bei unseren Gegnern so langsam die Spannung steigt, merkt man, wenn man das Zebrastreifenblog von Kees Jaratz verfolgt.
Um nun diesem bevorstehenden, für beide Vereine samt Anhängern zweifelsohne großen Ereignis mit gutem Beispiel voranzugehen, haben Kees Jaratz und ich uns überlegt, für einen gemeinsamen Beitrag jeweils 11 Gründe zu finden, warum gerade das eigene Team am Samstagabend den güldenen Pokal in den Berliner Abendhimmel recken wird. Natürlich überlasse ich dem Gast, wie auch im Spiel am Samstag, den Heimvorteil und somit den Vortritt.

Der MSV Duisburg gewinnt das DFB-Pokalfinale, weil ...
  1. die Spielstärken der einzelnen Spieler gegenüber zu stellen eine sehr theoretische Angelegenheit ist. Das unvorhersehbare Ereignis macht den Außenseiter immer stärker als den Favoriten.
  2. Bruno Hübner schon vor Saisonende den Defensivspieler vom VfL Wolfsburg Sergej Karimow verpflichtet hat und dessen Schalke-Bezwinger-Mentalität bereits in den Kader einsickern konnte. Am 30. Januar 2008 spielte Karimov in seinem ersten Pokalspiel für den VfL Wolfsburg gegen den FC Schalke 04 und erzielte den 1:1-Ausgleichstreffer Sekunden vor dem Abpfiff. Und es war Karimov, der beim Elfmeterschießen das entscheidende fünfte Tor schoss.
  3. auf der Liste der höchsten Niederlagen des FC Schalke 04 im Pokalwettbewerb als erstes Spiel die 6:0-Niederlage gegen den MSV Duisburg am 19. 2. 1966 steht. Im Pokalwettbewerb ist die Bilanz des MSV Duisburg gegen den FC Schalke 04 seitdem sensationell. In insgesamt einem Spiel gab es einen Sieg, kein Unentschieden und keine Niederlage. Der Sieg gegen den FC Schalke 04 war für den MSV Duisburg ein Erstrunden-Sieg in jenem DFB-Pokalwettbewerb, in dem der Verein das Endspiel zum ersten Mal erreichte. (Siehe auch unter Punkt 8 zum Thema Gestaltpsychologie.)
  4. die letzte Finalteilnahme 1998 ermöglichte der Sieg gegen Eintracht Trier. Mit dem Sieg gegen Eintracht Trier bezwang der MSV Duisburg jene Mannschaft, die zuvor den FC Schalke 04 und Borussia Dortmund aus dem Pokal geworfen hat. Der vorweggenommene Ruhrpott-Pokalsieg muss endlich mit einem Pokal belohnt werden.
  5. die Designer von Adidas auch beim Entwurf vom Einmal-Auswärtstrikot Ultra Beauty an die "großen Erfolge" vom FC Schalke 04 in den 80ern wie Abstiege und Niederlagenserien gedacht haben.
  6. weil im Kölner Stadt-Anzeiger auf Fotos zu Jugendspielen des 1. FC Köln seit ein paar Wochen immer nur Spieler des MSV Duisburg auftauchen, auch wenn die Gegner FC Schalke 04 oder Rot-Weiß Ahlen heißen. Wenn schon die Kölner glauben, die Spieler vom MSV Duisburg seien überall, wie wird es erst den Schalker Spielern ergehen?
  7. auf sechs Niederlagen in Pflichtspielen unweigerlich die siebte Niederlage folgen wird. Die sechs spielt im Gegensatz zur sieben in den Mythen unserer Welt nämlich keine Rolle. Sieben auf einen Streich. Die sieben Weltwunder. Die sieben Zwerge. Sieben-Meilen-Stiefel und so fort.
  8. Gesetze der Gestaltpsychologie wirken, und der Mensch Vollkommenheit in der Form sucht. Eine Saison, die wie beim FC Schalke 04 für einen Verein schlecht begonnen hat, wird schlecht enden. Eine Saison, die wie beim MSV Duisburg gut begonnen hat, wird gut enden.
  9. der Duisburger Autokorso im Gegensatz zum Gelsenkirchener nach einem Pokalsieg die Ruhrgebietsidentät voranbringt. Gefeiert wird stadtgrenzenüberschreitend. Die Duisburger Stadtspitze verhält sich keineswegs mutlos, ängstlich oder gar kleingeistig, sondern visionär, indem sie durch Nichtstun den Ruhrstadt-Gedanken unterstützt.
  10. Olcay Sahan nach dem Spiel gegen den VfL Bochum recht hat, wenn er sagt: "Vor den drei letzten Pokalspielen gegen Köln, Kaiserslautern und Cottbus konnten wir unsere Liga-Spiele auch nicht gewinnen. Da wir nun in Bochum verloren haben, werden wir gegen Schalke gewinnen."
  11. weil Goran Sukalo dazu bestimmt ist, das Dieter-Höneß-Gedächtnis-Tor zum entscheidenden 2:1 in der 84. Minute zu  köpfen. Für die Jüngeren: Ein Kopfballtor von einem Spieler mit Kopfverband nach Platzwunde. Nach diesem Tor werden alle Lahmen des MSV Duisburg wieder gehend, alle Blinden wieder sehend und alle Hörenden werden ob des Lärms von den Tribünen taub werden.

Der FC Schalke 04 gewinnt das DFB-Pokalfinale, weil ...
  1. skAndy sich unmöglich von einem Affen tätowieren lassen kann.
  2. der Señor seine Karriere nicht ohne einen nationalen Vereinspokal beenden kann, und seinen königlichen Kollegen in nichts nachstehen darf.
  3. sich unsere Freunde von der Hertha sicher fürchterlich über einen königsblauen Pokalsieg in ihrer Stadt freuen würden.
  4. nach sechs Niederlagen in Folge endlich mal wieder ein Sieg her muss.
  5. die Schalker Mannschaft noch unfassbare Kraftreserven aus der Liga übrig haben müsste.
  6. Schalke 04 noch für mindestens ein Spiel den besten Schnapper der Welt zwischen den Pfosten stehen hat.
  7. Ralf Rangnick seine freie Zeit im Winter sicherlich genutzt hat, um mögliche nächste Gegner ausgiebig zu zu bespitzeln.
  8. Ultra Beauty nur durch einen Pokalsieg zum Schlager werden kann.
  9. ein Team, welches Bayern München im Pokal geschlagen hat, eben den Pokal bekommt.
  10. ein Team, welches Cottbus im Pokal geschlagen hat, eben nur Cottbus im Pokal geschlagen hat.
  11. er seit Beginn der Bundesliga im Jahr 1963 (s. Kommentare) statistisch gesehen immer den DFB-Pokal gewinnt, wenn der Finalgegner nicht Bayern München heißt.

Jetzt wissen wir alle Bescheid, oder?

Dienstag, 17. Mai 2011

Im Pott werden Überstunden gekloppt

Während an jeder Ecke Rückblicke, Fazite und Abrechnungen aus dem Boden schießen, ist für die großen Vereine des Ruhrgebiets die Saison noch gar nicht beendet. Selbst bei der Kommanditgesellschaft wird man, wenngleich man nicht mehr spielen muss, noch nicht zu einer nüchternen Betrachtung der Saison gekommen sein. Warum auch? Nüchtern wird's noch früh genug.
Die anderen drei Klubs können ihre Saison ebenfalls noch zu einem goldenen Abschluss führen. Gleichzeitig müssen sich alle aber auch ordentlich sorgen, die Arbeit einer Saison nicht noch in den Sand zu setzen. Nehmen wir den VfL Bochum: Gehe ich normalerweise davon aus, dass der Zweitligist nach einer tollen Saison im Relegationsspiel Oberwasser hat, müssen die Bochumer in diesem Jahr mit einer etwas anderen Sachlage umgehen. Natürlich haben sie über weite Strecken eine große Saison gespielt, allerdings treffen sie mit Gladbach auf ein Team, welches schon am Ende, schon abgestiegen war, sich dann aber unter einem neuen Trainer noch mal eindrucksvoll zurückmeldete und den Relegationsplatz durch einen Schlussspurt sicherte. Das könnte ein Treffen auf Augenhöhe werden. Spannend.
Im DFB-Pokalfinale treffen die anderen beiden Reviervereine aufeinander, beide mit ihren ganz eigenen Sorgen bepackt. Beim MSV stellt sich die Mannschaft nun schon beinahe automatisch aus allen gesunden und spielberechtigten Spielern auf, was die Hoffnungen auf eine Überraschung wohl eher klein hält und das nötige Pokalwunder unglaublich groß werden lässt. Bei Schalke sind die Sorgen anderer Natur. Die Leistungen der letzten Spiele lassen auch fast den letzten zweifeln, ob denn der Schalter pünktlich in Berlin umgelegt werden kann. Eines ist auf jeden Fall klar: Eine Niederlage gegen eine derart geschwächte Mannschaft aus Duisburg wäre der peinliche Höhepunkt einer schrecklichen Bundesligasaison. 
Das Ruhrrevier steht vor einer sehr spannenden Woche...